Der österreichische Journalismus-Report (VI)

Das Ergebnis unserer mehrjährigen Forschungsarbeit zur Entwicklung von Journalismus und Medien in Österreich wurde am 27. Jänner 2020 in der APA vorgestellt. Die Zahl der JournalistInnen geht deutlich zurück, ihre Qualifikation steigt, bei Männern und Frauen ist fast Gleichstand im Newsroom erreicht, der alltägliche Arbeitsdruck wächst.
Wer sind Österreichs JournalistInnen? Wie sehen sie ihre Arbeitssituation? Was motiviert sie, welchem Rollenbild wollen sie entsprechen, von wem fühlen sie sich unterstützt? Ein Dutzend Jahre nach der ersten Gesamterhebung zum Journalismus in Österreich erscheint der neue "Journalismus-Report". Als erste Longitudinalstudie lassen sich die deutlichen Veränderungen darstellen und analysieren. Die AutorInnen Andy Kaltenbrunner, Sonja Luef, Matthias Karmasin und Daniela Kraus (nicht im Bild: Autorin Renée Lugschitz) präsentierten den neuen Band in der Austria Presse Agentur.

Vorgestellt wurden dabei die Ergebnisse der detaillierten Datenerhebung in mehr als 300 österreichischen Medienhäusern und jene der repräsentativen Befragung von 501 österreichischen JournalistInnen. Die Grundlagenforschung dazu - "Journalism in Transition" - wurde 2017 bis 2019 von Medienhaus Wien und CMC-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften/Alpen-Adria-Universität Klagenfurt durchgeführt.


Seit 2006 um ein Viertel weniger JournalistInnen

Zentrale Ergebnisse von Tausenden Daten und Analysen auf 300 Seiten: Seit der ersten Gesamterhebung für den ersten Report im Jahr 2006 ist die Zahl der professionellen JournalistInnen in Österreich um ein Viertel auf rund 5.350 zurück gegangen. Der Frauenanteil hat im selben Zeitraum sehr deutlich zugenommen (auf 47% aller JournalistInnen), ebenso der Akademisierungsgrad in der Branche. Als zentrale Herausforderung zeigt sich die Altersstruktur. Gerade jede/r zehnte JournalistIn ist unter 30 Jahre alt. Der Anteil der Jungen geht systematisch zurück. Die größe Alterskohorte in den Redaktionen gehört der Generation 50+ an. Ausführlich befasst sich der neue Report auf Basis von 501 Interviews (durchgeführt von Gallup-ExpertInnen) mit dem beruflichem Alltag und Selbstverständnis. Mehrere Kapitel Analyse hier sehr verknappt: Der Arbeitsdruck für Produktion in immer mehr (digitalen) Kanälen wächst permanent, aber auch das Niveau von laufender Professionalisierung und medienethischer Selbstreflexion.

"Der österreichische Journalismus-Report" ist der 6. Band unserer Reihe zur Entwicklung von Journalismus und Medien in Österreich. Er erscheint im facultas-Verlag und ist im Buchhandel und online erhältlich.