"Gut zu sein, reicht nicht!"

23. Oktober 2014
Bei unserer Hedy Lamarr Lecture in der Akademie der Wissenschaften sprach Prof. Karlheinz Brandenburg über seine Erfindung, das MP3-Verfahren zur Audiodaten-Kompression. Welche technologischen Innovationen kurz vor dem Durchbruch stehen, beleuchtete die Podiumsdiskussion im Anschluss.
Die richtige Technologie, aber auch das Glück, dass die richtigen Leute zur richtigen Zeit aufeinandergetroffen sind - das waren wichtige Faktoren, warum MP3 seinen weltweiten Siegeszug antreten konnte. In seinem interessanten und kurzweiligen Vortrag im Rahmen der Hedy Lamarr Lectures betonte Prof. Karlheinz Brandenburg, Direktor des Fraunhofer Instituts im deutschen Ilmenau, auch immer wieder, wie wichtig Teamarbeit und das Hintanstellen des eigenen Egos zugunsten der gemeinsamen Sache wäre. "Das ist eine europäische Stärke", glaubt er. Sein Fazit: Ohne ein Quäntchen Glück und Teamgeist setzt sich auch die beste Erfindung nicht durch.
Elementar waren darüber hinaus aber natürlich auch die entsprechenden Rahmenbedingungen. "Öffentliche Förderungen haben uns vor allem in der Anfangsphase der Entwicklung von MP3 sehr geholfen!"

Teils Mensch, teils Maschine - und Meetings im virtuellen Raum

In der an die Lecture anschließenden Podiumsdiskussion traf Karlheinz Brandenburg auf Prof. Hermann Hellwagner vom Institut für Informationstechnologie der Uni Klagenfurt und auf Dr. Michael Nentwich vom Institut für Technikfolgenabschätzung der Akademie der Wissenschaften. Besonders interessant war die Frage von Moderatorin Dr. Daniela Kraus (fjum Wien), welche technologischen Innovationen sich in den kommenden Jahren breitenwirksam durchsetzen werden. Prof. Hellwagner erwartet für die Zukunft eine stärkere Vermischung von Mensch und Maschine, etwa spezielle Arten von künstlichen Prothesen, die Körperteile ersetzen können. "Im Umgang mit dem menschlichen Leben werden wir noch einige Überraschungen erleben", prophezeit er. In den Startlöchern sieht er weiters "autonome Fahrzeuge, die ohne Lenker auskommen" und mit Hilfe digitaler Technologien gesteuert werden.

Prof. Brandenburg erwartet interaktive immersive Systeme, also Formen der virtuellen Realität, wie wir sie bisher noch nicht kannten. "Daran wird derzeit intensiv geforscht. Interessant wird sein, was dann damit gemacht wird und gemacht werden darf." Neue Möglichkeiten im Unterhaltungsbereich, aber auch für unser Arbeitsleben würden sich dadurch ergeben.




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